Praktische postoperative Schmerztherapie
Nicht jede anaesthesiologische Klinik verfügt über
einen eigenen "acute pain service". Um dennoch eine
optimale Versorgung der Schmerzpatienten in der postoperativen
Phase zu gewährleisten, ist eine enge Kooperation mit den
operativen Kliniken nötig. Diese setzt auch bei den operativen
Kollegen die Kenntnis bestimmter Standards, insbesondere zur Überwachung
und Versorgung von Kathetern zur Regionalanaesthesie, voraus.
Standards zur Überwachung von Regionalanaesthesien
für chirurgische periphere Stationen (Bergmannsheil, Stand:
12/1996)
Katheterverfahren zur kontinuierlichen
Regionalanaesthesie können
durch die Chirurgische Klinik angefordert werden. Die Anforderung
wird auf einem Konsilschein dokumentiert mit dem Zusatz: "Überwachung
chirurgischerseits gewährleistet".
Diese Überwachung beinhaltet:
I. Allgemein
1. Tägliche Inspektion und Pflege
der Punktionsstelle
2. Verbandswechsel mit Polividonjodsalbe
3. Filterwechsel
4. Auf Anforderung des anaesthesiologischen Katheterdienstes:
Sitzbad mit Betaisodonna (Filter nicht ins Wasser eintauchen,
Punktionsstelle soll aber ins Wasser !)
5. Sorgfältige Dokumentation auf dem "Überwachungsbogen
für PD / Plexuskatheter" (zu beziehen aus der Beschaffungsabteilung)
6. Genaue Einhaltung der anaesthesiologischen Empfehlungen
(auf den täglichen Konsilscheinen, die durch den anaesthesiologischen
Katheterdienst ausgefüllt werden und durch das Stationspersonal
in der Akte abgeheftet werden)
7. Nach spätestens 7 Tagen entfällt in der Regel die
Indikation für postoperative Katheter, so daß ggf. über
ein erneutes Konsil eine Verlängerung angefordert werden
muß.
II. Speziell
1. Epiduralkatheter zur Regionalanaesthesie
- in der ersten Stunden nach Injektion:
RR / Puls alle 15 Minuten (Dokumentation !)
- nach der ersten Stunde RR / Puls alle
2 Stunden (Dokumentation !)
- Aufziehen von Spritze bzw. Perfusor
durch das Pflegepersonal
-
Nachspritzen bzw. Perfusorwechsel durch den
chirurgischen Stationsarzt
Bei einem gravierenden Blutdruckabfall
(> 20 %) oder Bradykardie
muß sofort der Stationsarzt bzw. der diensthabende
Anaesthesist oder die Schmerzambulanz benachrichtigt werden.
2. Epidurale Opioidanalgesie
(z. B. zur Phantomschmerzprophylaxe oder bei schweren Schmerzen)
zusätzlich:
- stündlich Kontrolle der Atemfrequenz
(Dokumentation !)
- Die Atemfrequenz muß > 12
/ Min. betragen.
- 1 Ampulle Narcanti mit Spritze am Bett
bereitlegen
- auf Anforderung des anaesthesiologischen
Katheterdienstes:
- Pulsoxymetrie für die ersten 24
Stunden
Bei einer Atemfrequenz unter 12 / Min.
muß sofort der
Stationsarzt bzw. der diensthabende Anaesthesist oder die
Schmerzambulanz benachrichtigt werden.
Es dürfen keine zusätzlichen
systemischen Analgetika oder Sedativa gegeben werden, weil
hierdurch die Gefahr einer Atemdepression besteht.
3. Plexuskatheter / periphere Katheter zur Regionalanaesthesie
- in der ersten Stunden nach Injektion: RR / Puls alle 15 Minuten
(Dokumentation !)
- nach der ersten Stunde RR / Puls alle 2 Stunden (Dokumentation
!)
- Aufziehen von Spritze bzw. Perfusor durch das Pflegepersonal
- Nachspritzen bzw. Perfusorwechsel durch den chirurgischen Stationsarzt
Bei einem gravierenden Blutdruckabfall
(> 20 %) oder Bradykardie
muß sofort der Stationsarzt bzw. der diensthabende
Anaesthesist oder die Schmerzambulanz benachrichtigt werden.
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