Psychologische Schmerztherapie


Willweber-Strumpf A., Aschke M.

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Teil II

· 3. Psychologische Methoden zur Behandlung chronischer Schmerzen
· 3.1. Psychophysiologische Verfahren
· 3.1.1.Entspannungsverfahren
· 3.1.2.Biofeedback
· 3.2. Hypnose
· 3.3. Operante Verfahren
· 3.4. Kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren

Teil III

· 4. Probleme und Lösungsansätze beim Einsatz psychologischer Verfahren in der Behandlung chronischer Schmerzen
· 4.1. Patienten
· 4.2. Ärzte
· 4.3. Psychosoziale Versorgungslage
· 5. Ausblick

3. Psychologische Methoden zur Behandlung chronischer Schmerzen
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Ziel psychologischer Schmerztherapie ist es, den Patienten zur Selbstkompetenz im Umgang mit den Schmerzen und deren Folgen zu verhelfen, so daß sie nicht mehr passiv leidend sind, sondern aktiv und bewußt in das Schmerzgeschehen eingreifen können. Für die Therapiemotivation ist es günstig und oft auch unerläßlich, Ziele zu erarbeiten, die parallel zur unmittelbaren Schmerzreduktion für den Patienten Bedeutung haben. Dazu gehören oftmals auch der Abbau von Ängsten aufgrund einer zusätzlich bestehenden Angststörung, der Aufbau sozialer Kompetenz, eine positive Beeinflussung der bei Patienten mit Schmerzen oft sehr ausgeprägten depressiven Verarbeitungsweise, ein adäquater Umgang mit Streß - und Konfliktsituationen, die Erhöhung des Aktivitätsniveaus und das rechtzeitige Erkennen von Selbstüberforderungen.

Im Folgenden werden die wichtigsten Verfahren der psychologischen Schmerztherapie kurz vorgestellt. Es handelt sich dabei um verhaltensmedizinische Verfahren, da deren Effektivität hinsichtlich einer gezielten Situations - und Schmerzbewältigung und Verhinderung bzw. Auflösung der Chronifizierung von Schmerzen wissenschaftlich in gut kontrollierten Studien nachgewiesen ist.

3.1. Psychophysiologische Verfahren

3.1.1. Entspannungsverfahren
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Bekannte Entspannungsverfahren sind die Progressive Muskelrelaxation und das Autogene Training. In der schmerztherapeutischen Praxis wird der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson der Vorzug gegeben. Dieses Verfahren ist leicht und schnell zu erlernen, die Effektivität ist empirisch belegt. Das Autogene Training ist in Deutschland das bekannteste Entspannungsverfahren. Allerdings erfordert es gerade zu Beginn der Trainingsphase ein hohes Maß an Konzentration, das schmerzbedingt von den Patienten häufig nicht erbracht werden kann. Zusätzlich fehlen klare Belege in Form von kontrollierten Studien über die Effektivität des Autogenen Trainings bei Patienten mit chronischen Schmerzen.

Der angenommene Wirkungsmechanismus bei Entspannungsverfahren besteht in der Reduktion der durch Schmerzen bedingten sympathischen Übererregung und in der Stabilsisierung vegetativer Reaktionen. Subjektiv kommt es zu einem Gefühl der inneren Ruhe und des Wohlbefindens. Häufig werden imaginative Techniken (Elemente aus dem autogenen Training und der Hypnose) zusätzlich verwendet, um die Schmerzwahrnehmung und das Schmerzerleben zu beeinflussen. Entspannungsverfahren zielen auf der einen Seite direkt auf eine Veränderung der Schmerzintensität ab und werden auf der anderen Seite auch zur Schmerzprävention (situationsgebundene Regulation von Belastungsreaktionen) eingesetzt. Indiziert sind Entspannungsverfahren bei allen Patienten mit chronischen Schmerzen, besonders aber dann, wenn eine deutliche Wechselwirkung zwischen Muskelspannung und Schmerz vorliegt (z.B. Spannungskopfschmerz, nicht radikuläre Rückenschmerzen). Entspannungsverfahren werden in der Schmerztherapie selten isoliert eingesetzt, sondern sind Bestandteil umfassender Therapieprogramme.

 

3.1.2. Biofeedback
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Bei diesen Verfahren erhalten die Patienten durch bioelektrische Geräte akustische oder optische Rückmeldung über physiologische Parameter wie Muskelspannung, Hauttemperatur, Herzfrequenz oder Blutvolumenpuls. Durch die unmittelbare Rückmeldung über den augenblicklichen Aktivierungszustand können Entspannungsübungen der Patienten unterstützt werden. Außerdem kann Biofeedback verwendet werden, um physiologische Fehlregulationen in spezifischen Belastungssituationen zu verändern. Eine Indikation für den Einsatz von Biofeedback besteht besonders bei Patienten mit Migräne, Spannungskopfschmerz und Rückenschmerz. Die Anwendung von Biofeedback beinhaltet jedoch immer den Einsatz von relativ teuren technischen Hilfsmitteln und ist damit keine befriedigende Alternative zu den mit weniger Aufwand und ohne technische Hilfsmittel erlernbaren Entspannungsverfahren.

3.2. Hypnose
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Hypnose zählt zu den ältesten Techniken der Schmerzkontrolle. Der Übergang von hypnotischen Techniken zu imaginativen Übungen ist fließend und nicht eindeutig feszulegen. Hypnose ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das zum einen den Schmerz als Symptom und zum anderen auch seine aufrechterhaltenden Faktoren behandelt. Der Schwerpunkt liegt oft auf den symptombezogenen Strategien. Es wird zwischen kognitiven und sensorischen Strategien unterschieden, die direkt am Schmerzerleben des Patienten ansetzen und versuchen, dieses zu beeinflussen. Mit den kognitiven Strategien wird versucht, in Hypnose schmerzunverträgliche Einstellungen, Erinnerungen oder Bilder hervorzurufen, um so über die kognitive Ebene eine Empfindungsveränderung zu erreichen. Der Schmerz soll hierbei nicht mehr in seiner verletzenden und bedrohlichen Bedeutung erlebt werden. Es wird versucht, den Schmerz oder einzelne Schmerzqualitäten mit positiven (oder zumindest weniger negativen) Inhalten zu verknüpfen und auf diese Weise umzudeuten. So kann ein als brennend empfundener Schmerz z. B. als ein Hitzegefühl neu interpretiert werden, wie man es beim Sonnenbaden oder nach einem Sonnenbrand am Strand verspürt.

Die sensorischen Strategien setzen direkt auf der Empfindungsebene an und suggerieren z. B. Taubheit oder ein Wandern des Schmerzes. Ein Standardvorgehen besteht darin, eine Analgesie zuerst in einem unproblematischen (schmerzfreien) Körperteil, beispielsweise in der Hand (Handschuhanalgesie) zu induzieren und von hier ausgehend eine Ausbreitung oder Übertragung der Empfindung auf den schmerzenden Teil des Körpers.

Die Effektivität der Hypnose in der Schmerztherapie ist bei Patienten mit Phantomschmerz, Verbrennungsschmerz, Tumorschmerz, Spannungskopfschmerz, Migräne und Zahnbehandlungsschmerz nachgewiesen. Für eine anhaltende erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, die Patienten zur Selbsthypnose (Autosuggestion) anzuleiten, so daß die erlernten Strategien unabhängig vom Therapeuten angewandt werden können.

3.3. Operante Verfahren
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Operante Verfahren basieren auf der Lerntheorie. Es wird davon ausgegangen, daß schmerzbezogenen Verhaltensweisen (Inaktivität, Medikamentenkonsum, Schonhaltung, Schmerz signalisierende Mimik und Gestik usw.) nicht nur Folge sensorischer Schmerzempfindungen sind, sondern durch die mit dem Verhalten verbundenen Konsequenzen zustande kommen können. Inaktivität und Schonhaltung können z.B. kurzfristig zur Schmerzreduktion führen (negative Verstärkung). Jammern und Klagen können z.B. zu erhöhter Anteilnahme, Zuwendung und Entlastung von unliebsamen Aufgaben durch soziale Bezugspersonen führen (positive Verstärkung). Bei den operanten Verfahren steht die Veränderung schmerzbezogenen Verhaltens im Vordergrund. Dies geschieht durch die Veränderung der mit dem Schmerzverhalten verbundenen Konsequenzen (z.B. Ignorieren von Klagen des Patienten), durch das Einüben von nicht schmerzbezogenen, gesunden Verhaltensweisen, die dann positiv verstärkt werden (z.B. Anerkennung und Loben), durch eine kontrollierte (ggf. reduzierte) Medikamenteneinnahme und durch eine sukzessive Steigerung des Aktivitätniveaus des Patienten. Nach einer ausführlichen Information der Patienten über die Entstehung, Aufrechterhaltung und Veränderung von Verhaltensweisen durch Lernbedingungen, werden mit Hilfe verschiedener verhaltenstherapeutischer Interventionsmethoden schmerzbezogene Verhaltensweisen abgebaut, neue gesunde Verhaltensmöglichkeiten aufgebaut und in der Praxis erprobt. Bei diesem Ansatz ist es wichtig, wenn möglich auch die Familie des Patienten und das gesamte Behandlungstam mit einzubeziehen. Eine Kontraindikation für operante Verfahren besteht dann, wenn beim Patienten aufgrund der Schmerzen finanzielle Ausgleiche oder ein Rentenbegehren gegeben sind, da die notwendige Therapiemotivation hier meist fehlt. Die größten Erfolge der operanten Therapieansätze werden im Allgemeinen in der Erhöhung des Aktivitätenniveaus sowie der Medikamentenreduktion erzielt.

3.4. Kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren
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Bei diesen Verfahren wird davon ausgegangen, daß Verhalten und Erleben in einer bestimmten Situation wesentlich beeinflußt wird durch die subjektive Wahrnehmung und Bewertung dieser Situation und durch die individuell zur Verfügung stehenden Bewältigungsstrategien. Für das Schmerzerleben bedeutet das, daß kognitive Variablen wie Einstellungen, Selbstverbalisierungen und negative Erwartungshaltungen zu negativen Gefühlen wie Hilflosigkeit, Angst und Depression führen. Daraus resultieren bestimmte (meist negative) Verhaltensweisen. Diese Verhaltensweisen und der dem kognitiv-emotionalen Zustand zugrundliegende psychophysiologische Erregungszustand können wiederum zur Schmerzintensivierung führen. Wesentliche Bausteine eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapieprogramms sind:

· Information über Schmerzentstehung und -aufrechterhaltung
· Progressive Muskelrelaxation zur Schmerzreduktion und zur positiven Beeinflussung des subjektiven Kontrollbewußtseins
·Vermittlung innerer und äußerer Ablenkungsstrategien
· Anleitung zur Selbstbeobachtung, um den Zusammenhang von Kognitionen, Emotionen, Verhalten und Schmerz erfahrbar zu machen und Dysfunktionalitäten aufzudecken
· Aufbau von Kognitionen, die die Schmerzbewältigung fördern
· Aufbau aktiver, schmerzinkompatibler Verhaltensweisen, und Abbau von Schmerzverhalten
· Aufbau selbstregulierender Verhaltensmöglichkeiten
· Aufbau sozialkompetenten Verhaltens, um zufriedenstellende zwischenmenschliche Interaktionen unabhängig von Schmerzen zu fördern.

Der kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapieansatz liegt dem Schmerzbewältigungstraining zugrund. In verschiedenen Untersuchungen zeigen sich deutliche Verbesserungen hinsichtlich Schmerzintensität, subjektiver Beeinträchtigung, Stimmung und Aktivität. Indiziert und hilfreich ist dieser Therapieansatz bei allen Patienten mit chronischen Schmerzen, vor allem aber dann, wenn übergreifende Problemfelder mit der chronischen Erkrankung verbunden sind.

4. Probleme und Lösungsansäze beim Einsatz psychologischer Verfahren in der Behandlung chronischer Schmerzen
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Es ist allgemein anerkannt und gefordert, daß eine effektive Therapie chronischer Schmerzen nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Fachdiziplinen erfolgen kann. Die Stichworte "multidisziplinär" oder "interdisziplinär" sind dabei oft strapaziert worden. Diese Begriffe implizieren aber nicht, daß ein einzelner Patient immer vielen Kollegen verschiedener Disziplinen vorgestellt wird. Es bedeutet, daß ein Therapeut den Patienten diagnostiziert und behandelt, daß dieser Therapeut aber den Kontakt zu allen weiteren Disziplinen hat und auch dem Patienten eröffnet. Hierbei hat die Psychologie insoweit eine Sonderstellung, als sie bisher nicht selbstverständlich in einem Klinikverbund integriert ist; sie hat aber heute vom Konzept her in der Schmerztherapie ihren festen Stellenwert. In der Praxis werden jedoch häufig Grenzen deutlich.

4.1. Patienten
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Probleme. Patienten äußern oftmals diverse Vorbehalte gegenüber einer psychologischen Diagnostik und Behandlung, da ihr Krankheitskonzept rein somatisch ist. Sie betrachten ihren Schmerz ausschließlich als Folge einer körperlichen Schädigung oder Fehlfunktion. Daraus folgt eine rein somatische Behandlungserwartung, die nicht selten das sogenannte "doctor-shopping" und jahrelange Patientenkarrieren nach sich zieht. Der Vorschlag einer psychologischen Behandlung, der leider häufig erst nach vielen erfolglosen somatischen Therapieversuchen erfolgt, kann Ängste und Gefühle, abgeschoben und nicht ernst genommen zu werden, auslösen. Die Überweisung zu einem Psychotherapeuten begründet für den Patienten den Verdacht, man glaube ihm seine Schmerzen nicht, der Schmerz sei eingebildet oder vorgespielt.

Lösungsansätze. Die Patienten müssen nach jahrelangen ausschließlich somatischen Behandlungsversuchen von der Beteiligung psychischer Faktoren an ihren Schmerzen nicht sofort überzeugt werden. Das primäre Ziel der psychologischen Therapie ist hier zunächst das Erkennen der Zusammenhänge. Den Patienten sollte vermittelt werden, daß psychologische Schmerztherapie nichts mit "psychisch krank sein" zu tun hat, sondern ein zusätzliches Angebot ist, mit den bestehenden Schmerzen umzugehen, und die notwendige medizinische Behandlung dadurch nicht beeinträchtigt ist, sondern weitergeführt wird.

4.2. Ärzte
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Probleme. Erste Anlaufstelle für Patienten mit Schmerzen sind Ärzte. In der Regel werden die Patienten mit chronischen Schmerzen erst dann einer gezielten psychologischen Diagnostik und Therapie zugeleitet, wenn eine ausgedehnte medizinische Diagnostik keine konkreten und hinreichenden Befunde erbracht hat und diverse Behandlungsversuche nicht zu einer eindeutigen Schmerzlinderung geführt haben. Diese Ausgangslage erschwert den Einstieg in die psychologische Diagnostik und Therapie sowohl für den Patienten als auch für den Psychotherapeuten und zerstört häufig das Vertrauen zu dem behandelnden Arzt. Das bedeutet auch, daß der Patient immer neue Ärzte aufsucht, in der Hoffnung, doch noch die organische Ursache herauszufinden.

Lösungsansätze. Entscheidend ist gerade der erste Kontakt zwischen Arzt und Patient. Im ersten Gespräch werden Weichen für den weiteren Behandlungsverlauf gestellt. Daher sollte bei länger anhaltenden Schmerzen vom Arzt frühzeitig auch eine psychosoziale Anamnese durchgeführt werden, unabhängig von gleichzeitig vorliegenden somatischen Befunden. Der Arzt spielt hier eine entscheidende Rolle beim Motivationsaufbau im Hinblick auf eine psychologische Mitbehandlung. Falls notwendig, kann er frühzeitig, idealerweise parallel zur medizinischen Therapie, eine gezielte psychologische Diagnostik und eine psychologische Therapie einleiten. Jahrelange Chronifizierungsprozesse könnten so verhindert werden. Daraus resultieren weniger stationäre Aufenthalte, weniger erfolglose Behandlungsversuche, weniger Arbeitsausfälle. Für das Gesundheitssystem würde das langfristig erhebliche Kosteneinsparungen bedeuten.

4.3. Psychosoziale Versorgungslage
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Probleme. Die Versorgungslage von Patienten mit chronischen Schmerzen ist ein bislang nicht befriedigend gelöstes Problem unseres Gesundheitssystems. Nach Schätzungen leben in Deutschland ca. 4 Millionen Patienten mit chronischen Schmerzen, von denen etwa 500.000 als kritische Problemfälle zu bewerten sind und eine Behandlung in spezialisieren schmerztherapeutischen Einrichtungen benötigen. Es ist davon auszugehen, daß zumindest bei diesen Problempatienten eine psychologische Schmerztherapie dringend indiziert ist. Demgegenüber gibt es aber nur ca. 100 Psychologen, die schmerztherapeutische qualifiziert sind und schwerpunktmäßig in der psychologischen Schmerztherapie arbeiten. In der Konsequenz bestehen extrem lange Wartezeiten (bis zu einem Jahr), und viele Patienten können überhaupt nicht behandelt werden, was zu erheblichen Kostenbelastungen im Gesundheitswesen führt. Im ambulanten Bereich besteht außerdem die Schwierigkeit der Kostenübernahme für die erbrachten psychologischen Leistungen durch die Krankenkassen. Möchte also ein Arzt einen Schmerzpatienten einer psychologischen Diagnostik und Therapie zuleiten, so steht er vor dem Problem, wohin er den Patienten schicken soll.

Lösungsansätze: Die Möglichkeiten, mit diesem Problem umzugehen, sind eingegrenzt und primär in die Zukunft gerichtet. Es sind intensive gesundheitspolitische Bemühungen und Kosten-Nutzen-Analysen notwendig, um aufzuzeigen, daß eine spezialisierte psychologische Schmerztherapie bei bestimmten Patienten Kosten spart, während die Nichtbehandlung zur weiteren Chronifizierung und damit zur Kostenerhöhung beiträgt. Nur so können langfristig mehr Stellen geschaffen und finanziert werden. Es besteht die Möglichkeit, die Patienten in Schmerzkliniken und -ambulanzen, in denen auch Psychotherapeuten arbeiten, zur Mitbehandlung zu überweisen. Dabei sind Wartezeiten einzukalkulieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Überweisung in eine psychosomatische Klinik. Auch dort bestehen Wartezeiten und nur wenige Kliniken bieten spezielle schmerztherapeutische Behandlungsprogramme an. Auch stellt sich dann die Frage nach der notwendigen ambulanten Nachbetreuung.

5. Ausblick
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Für den Arzt ist es bei Patienten mit chronischen Schmerzen wichtig, eine integrative Sichtweise einzunehmen und physische, psychische und soziale Faktoren gleichermaßen zu berücksichtigen. Häufig bleibt die psychische Verfassung und Gesamtsituation der Patienten unberücksichtig und unbehandelt, weil die somatische Diagnostik und Therapie im Vordergrund steht. Es gibt jedoch auch Schmerzpatienten, bei denen die auffällige psychische Beeinträchtigung so weit ätiologisch in den Vordergrund gestellt wird, daß eine ausreichende somatische Diagnostik und Therapie unterbleibt.

Die psychologische Schmerztherapie stellt einen wichtigen Aspekt im schmerztherapeutischen Gesamtkonzept dar. Entsprechend der individuellen Situation des Patienten sollte idealerweise jederzeit ein Zugang zur psychologischen Diagnostik und Therapie möglich sein.

Voraussetzung dafür ist die gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Psychologen auf der Basis einer "gemeinsamen Philosophie" zum Thema Schmerz.

 
     
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