Schmerztherapie an den BG Kliniken
Bergmannsheil Bochum
Prof. Dr. med. Michael Zenz
Prof. Dr .med. Christoph Maier
Schwerpunkte der Arbeit, Ablauf
Leistungsspektrum
Lehre
An der Universitätsklinik für Anaesthesiologie, Intensiv-
und Schmerztherapie der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil
ist die ambulante und stationäre Versorgung von Schmerzpatienten
seit 1987 etabliert.
Schwerpunkte der Arbeit, Ablauf (nach
oben)
Die Anmeldung zur Schmerztherapie erfolgt nach folgendem Schema:
Anruf im Sekretariat ( Tel.: 0234-3026632
) und Anforderung eines Fragebogens zur Schmerztherapie. Der
ausgefüllte Fragebogen
wird an die Schmerzklinik zurückgeschickt. Hier erfolgt
eine primäre Auswertung durch Ärzte und Psychologen.
Nach Dringlichkeit der Schmerzerkrankung wird dann schriftlich
ein Termin zur Erstvorstellung vergeben. Bei besonders dringlichen
Fällen oder Spezialfragen kann sich der Hausarzt direkt
mit einem Arzt der Schmerzklinik in Verbindung setzen.
Alle Patienten mit Tumorerkrankungen und
akutem Herpes zoster oder akuter SRD werden innerhalb von 1
bis 2 Tagen ohne Wartezeiten
in die Therapie aufgenommen. Patienten mit chronischen Kopf-
oder Rückenschmerzen müssen leider lange Wartezeiten
in Kauf nehmen. Die Behandlung erfolgt in der Regel auf Krankenschein.
Bei Kassenpatienten ist daher eine Überweisung durch den
Hausarzt erforderlich.
Die Schmerzambulanz ist ganztags von Montag
bis Freitag geöffnet.
Behandlungsschwerpunkte sind: tumorbedingte
Schmerzen, chronische Schmerzen nicht-tumorbedingter Genese,
wie z. B: Kopfschmerzen
(z. B. Migräne / andere Kopfschmerzformen), Schmerzen des
Bewegungsapparates (z. B. bei Rehabilitationsmaßnahmen
aufgrund von Berufsunfällen), Sympathische Reflexdystrophie,
neuropathische Schmerzen (z. B. bei Nervenverletzungen), Phantomschmerzen
(als Beispiel für umfangreiche Konzepte zur Prophylaxe chronischer
Dauerschmerzen) und Schmerzen aufgrund psychosomatischer Erkrankungen.
Pro Tag werden 25 - 35 Patienten behandelt
und im Schnitt zwei neue Patienten aufgenommen. Bei jedem neuen
Patienten wird nach
Rücksendung eines Patientenfragebogens, der telephonisch
angefordert wird, eine ausführliche Anamnese und Untersuchung
durchgeführt (Zeitaufwand ca. 1,5 Std.). Gemeinsam werden
im Behandlungsteam (Ärzte und Psychologen) anamnestische
und diagnostische Befunde analysiert und die weitere Vorgehensweise
besprochen: diagnostische Abklärung, konsiliarische Untersuchungen
durch Ärzte anderer Fachrichtungen, psychologische Diagnostik,
Therapieregimes. Nachdem der Patient in einem weiteren Gespräch
darüber informiert wurde, wird ein ausführlicher Bericht
an den überweisenden niedergelassenen Arzt erstellt. Der
gesamte Zeitaufwand für eine Neuvorstellung beträgt
insgesamt ca. 3 Stunden. Einmal in 7-14 Tagen findet eine interdisziplinäre
Schmerzkonferenz statt.
Leistungsspektrum (nach
oben)
Das Leistungsspektrum unserer Schmerztherapie
umfaßt:
Katheter-Techniken, z. B. Femoraliskatheter, Plexuskatheter (axillär,
supraclaviculär, interscalenär), Periduralkatheter
und Grenzstrangkatheter, Neurolysen: Grenzstrangneurolyse (z.B.
bei sympathisch bedingten Schmerzen in den Beinen, Rectum-Ca),
Coeliacusneurolyse (z.B. bei Pankreaskopf-Ca, Magen-Ca), S 3/5
Neurolyse (z.B. bei Rectum-Ca), Kryoanalgesie (Nervenverödung
mit Kälte von - 65 bis - 80 Grad Celsius), Psychologische
Therapie (z.B. progressive Muskelentspannung, Verhaltenstherapie,
Training zur Schmerzbewältigung, Krankheitsbewältigung,
kognitive Therapie bei Depressionen, Gesprächspsychotherapie,
Förderung der Compliance), Medikamentenentzug, orale medikamentöse
Therapie, Auswahl und Optimierung einer Dauertherapie mit geeigneten
Medikamenten und individuelle Dosisanpassung.
In der Regel wird bei uns lediglich eine
Therapie eingeleitet oder vorgeschlagen. Die Patienten werden
möglichst bald
mit einem Therapievorschlag an den Hausarzt zurücküberwiesen,
der die Dauertherapie weiterführt. Für die Therapiekontrolle
stehen wir dann in größeren Zeitabständen zur
Verfügung.
In der Schmerzambulanz hat bei weitgehend
unveränderten
Zahlen die Zeitintensität der durchgeführten Leistungen
deutlich zugenommen. Geringfügig zugenommen hat auch die
Zahl der neu bei uns vorgestellten Patienten. Deutlichere Zuwachsraten
waren im Bereich der psychologischen Schmerztherapie zu verzeichnen,
was unter anderem auf die aus Forschungsmitteln bezahlte zweite
Psychologenstelle zurückzuführen ist.
Die Schwerpunkte der wissenschaftlichen
und klinischen Arbeit zum Thema Schmerz liegen auf der Krebsschmerztherapie,
Kopfschmerztherapie,
Rückenschmerztherapie, auf dem Gebiet der sympathischen
Reflexdystrophie (SRD) und der Prophylaxe chronischer Schmerzen
sowie verschiedener Programme im Bereich der postoperativen Schmerztherapie.
Zu Fragen der Therapie akuter und chronischer
Schmerzen veranstaltet die Klinik jedes Jahr 2 Sertürner-Workshops,
jeweils in Castrop-Rauxel und Einbeck.
Lehre (nach
oben)
Seit 1992 veranstaltet unsere Klinik regelmäßig zweimal
pro Jahr einen Intensivkurs / Repetitorium für Schmerztherapie,
an dem ärztliche Kollegen aus dem In- und Ausland teilnehmen.
Alle Themen der Schmerztherapie werden in komprimierter Form
praxisnah mit Vorstellung von Patienten zu den einzelnen Themengebieten
vermittelt. Die Kurse werden von der Ärztekammer Westfalen-Lippe
veranstaltet und sind Voraussetzung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung "Spezielle
Schmerztherapie". Anmeldung über die Akademie der Landesärztekammer
Westfalen-Lippe. Ähnliche Kurse werden von folgenden Ärztekammern
mitlerweile auch angeboten: Hessen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen,
Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt.
Eine universitäre Lehrveranstaltung ist das Schmerztherapieseminar,
das seit ebenfalls 10 Jahren für Studenten der klinischen
Semester jede Woche durchgeführt wird. Außerdem findet
die Schmerztherapie innerhalb anderer Vorlesungsreihen an der
Ruhr-Universität Bochum wachsende Verbreitung.
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